Menschen mit Demenz entwickeln häufig ein verändertes Ess- und Trinkverhalten. Sie vergessen Mahlzeiten, erkennen Lebensmittel nicht mehr, verlieren das Hungergefühl oder entwickeln neue Vorlieben. Gleichzeitig kann eine gute Ernährung dazu beitragen, die Lebensqualität zu erhalten und Mangelernährung vorzubeugen.
Für Zugehörige stellt sich oft die Frage, wie sie ihre Mutter, ihren Vater oder ihren Partner beim Essen und Trinken bestmöglich unterstützen können. Die folgenden häufig gestellten Fragen aus meiner Praxis als Begleiterin für Senioren geben Orientierung für den Alltag.
Demenz kann dazu führen, dass Betroffene:
Die Veränderungen verlaufen individuell und können sich im Krankheitsverlauf verändern.
Gewichtsverlust hat oft mehrere Ursachen:
Regelmäßige Gewichtskontrollen können helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen.
Viele Betroffene entwickeln eine stärkere Vorliebe für süße Speisen.
Mögliche Gründe:
Ein vollständiges Verbot ist meist nicht sinnvoll. Besser sind ausgewogene Lösungen, beispielsweise Obst, Milchdesserts oder selbstgemachte Süßspeisen in angemessenen Mengen.
Sehr wichtig: Menschen mit Demenz vergessen häufig zu trinken oder erkennen Durst nicht mehr.
Mögliche Folgen:
Hilfreich sind:
Empfohlen wird grundsätzlich eine abwechslungsreiche Ernährung mit:
Wichtiger als perfekte Ernährungspläne ist oft, dass überhaupt ausreichend gegessen und getrunken wird.
Das Langzeitgedächtnis bleibt häufig länger erhalten als das Kurzzeitgedächtnis.
Menschen mit Demenz erinnern sich oft noch an Gerüche, Geschmäcker und Rituale aus ihrer Kindheit oder ihrem früheren Erwachsenenleben.
Bekannte Speisen können:
Ein schwäbischer Senior aus Stuttgart freut sich möglicherweise mehr über Linsen mit Spätzle oder einen Grießbrei als über moderne Ernährungstrends.
Die Ernährungsbiografie beschreibt die Essgewohnheiten eines Menschen über sein gesamtes Leben.
Sie umfasst beispielsweise:
Gerade bei Demenz gewinnt die Ernährungsbiografie eine besondere Bedeutung. Deshalb gehört zu meiner Begleitung auch das spielerische Erstellen einer Ernährungsbiografie. Dazu finden Sie auch Inspiration in meinem Mitmachblock.
Fragen Sie möglichst früh nach:
Auch Gespräche mit Geschwistern, Partnern oder Freunden können wertvolle Informationen liefern.
Viele Menschen mit Demenz kommen mit sogenannten Fingerfoods besser zurecht.
Geeignet sind beispielsweise:
Fingerfood fördert Selbstständigkeit und reduziert Frustration.
Mögliche Ursachen sind:
Menschen mit Demenz tut gut:
Nahrungsergänzungsmittel sollten nur nach ärztlicher Empfehlung eingesetzt werden.
Wichtiger ist zunächst eine ausreichende Versorgung mit:
Energie
Eiweiß
Flüssigkeit
Vitaminen und Mineralstoffen über die normale Ernährung
Hilfreich sind:
Der Genuss und die Lebensqualität stehen im Vordergrund – nicht die perfekte Ernährung.
Für viele Angehörige wird die Organisation einer ausgewogenen Ernährung im Verlauf einer Demenz zunehmend herausfordernd.
Als Senioren-Assistentin in Stuttgart unterstütze ich ältere Menschen und ihre Familien durch:
Dabei steht nicht nur die Nährstoffversorgung im Mittelpunkt, sondern vor allem die Freude am Essen, vertraute Rituale und die Erhaltung von Selbstständigkeit und Lebensqualität.
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